Finde den Job, der dich glücklich macht: In 4 Schritten zu deiner wahren Bestimmung.

Studien belegen, dass 90 Prozent der Berufstätigen in Deutschland mit ihrem Job unzufrieden sind. Eine schockierende Zahl. Dabei könnte es auch anderes aussehen. In diesem Artikel zeige ich dir 4 Schritte mit denen du einen Beruf finden kannst, der dich glücklich macht. Bei mir selbst haben sie eine erstaunliche Wirkung gezeigt.

Schritt Nr.1 Verändere deine Einstellung

Ich glaube das Problem liegt hauptsächlich bei der Einstellung der Menschen. Die meisten haben bedauerlicherweise eine völlig falsche Begründung für ihre Berufswahl.

Unsere Gesellschaft ist von materiellen Dingen geprägt. Wir bewundern Werte wie Status, Geld und Besitz. Werte die oft mit einem glücklichen Leben in Verbindung gebracht werden. Also stürzt sich eine Herde von Menschen auf Jobs, die so gar nicht zu ihnen passen. Bei mir selbst war das nicht anders. Ich wählte den Beruf eines Lehrers und versprach mir dadurch einen sicheren Arbeitsplatz und ein ordentliches Gehalt. Zwar waren dies nicht die einzigen Gründe für meine Entscheidung, aber sie waren unerlässlich. Ich dachte sie würden mich später glücklich machen. Das materialistische Motive kein gutes Argument sind, erfuhr ich erst später. Sämtliche Studien belegen, dass je materialistischer eine Gesellschaft ist, desto unglücklicher lebt sie.

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Die oben genannte Studie hat noch etwas bewiesen. Eine zunehmend materialistische Gesellschaft ist nicht nur unglücklicher, sie leidet auch mehr, z.B. aufgrund von Angst, Neid, Stress und Frustration.

Wenn also Geld, der soziale Status und Besitz keine guten Gründe für die Wahl unseres Berufes sind, dann stellt sich die Frage, welche Gründe wir dann in Betracht ziehen sollten?

Was ist, wenn wir das Thema Geld erst mal weglassen? Die Ausgangsfrage sollte daher nicht „Wie viel Geld verdiene ich später?“ lauten, sondern „Was würde ich den ganzen Tag am liebsten tun, wenn ich KEIN Geld dafür bekommen würde?“ Eine komplett andere Perspektive, die neue Türen öffnet.

Bevor wir auf diese Türen eingehen, erzähle ich dir eine kleine Geschichte aus meinem Leben, wie ich herausgefunden habe, was ich den ganzen Tag am liebsten nicht tun werde.

Meine Story: 

Als ich Abitur gemacht habe, hatte ich absolut keinen Plan was ich werden will. Weder die Schule noch das Elternhaus haben mich für diese Entscheidung vorbereitet. Es gab nur die Erwartung von meinen Eltern, dass ich studieren gehe. Also bewarb ich mich wie die meisten meiner KameradInnen für ein Lehramtsstudium. Den einzigen Job den ich lange Zeit in der Schule vorgelebt bekommen hab. Zu Beginn des Studiums war die Euphorie noch groß und die Zustimmung meiner Familie und Freunde ebenfalls. Ich sah mich schon vor meinem geistigen Auge lässig im Stuhlkreis sitzen und auf unkonventionelle Art wissbegierige SchülerInnen unterrichten. Die Realität belehrte mich aber eines besseren. Ich fühlte mich nach einiger Zeit immer miserabler. Mir lag weder der Stoff, noch gefiel mir der Gedanke irgendwann ein Lehrer in einem starren Bildungssystem zu werden, das von Ungerechtigkeiten nur so strotzt. Der viel zu enge Spielraum eines Lehrers war ein Dorn in meinem Auge. Ich war zum Teil so niedergeschlagen und wütend, dass ich meine Lehrbücher mit voller Wucht gegen die Wand schleuderte. Und trotzdem harrte ich aus und zwang mich dazu weiterzumachen.

Jetzt möchte man meinen Ausdauer und Hartnäckigkeit sind doch gute Fähigkeiten. Nein, nicht wenn man auf Dauer seine Gefühle missachtet. Und nichts anderes habe ich getan.

Ehrlich gesagt halte ich diese hochgepriesenen Tugenden, wie Ausdauer und Hartnäckigkeit, für unheilvolle Götzenbilder unserer Leistungsgesellschaft. Ganz nach dem Motto:

 

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Daran gehen wohl so einige zu Grunde (Stichwort Burnout und Depressionen). Ich kann von Glück sprechen mit dem Studium rechtzeitig abgebrochen zu haben.

Durch diese Erfahrung habe ich jedoch 2 Dinge gelernt:

A] Der Beruf eines Lehrers ist vielleicht wichtig und anspruchsvoll, wer jedoch an den Verhältnissen unseres veralteten Bildungssystems etwas rütteln will, muss wo anderes ansetzen.

B] Es ist sehr wichtig seine wahre Vorliebe zu kennen. Mit wahrer Vorliebe ist nicht die Vorliebe der Eltern oder der Gesellschaft gemeint und auch nicht eine wage Vermutung.

Man braucht Gewissheit über seine Vorlieben und diese zu erlangen ist gar nicht mal so einfach. Damit kehren wir zu unserer Ausgangsfrage zurück: Was würde ich den ganzen Tag mit Vorliebe tun, wenn ich dafür kein Geld bekommen würde?

Schritt Nr.2 Finde deine wahre Vorliebe

In einer Konsumgesellschaft, in der man sich selbst gegenüber entfremdet wird, Vorlieben und Abneigungen u.a. über Werbung, Filme, Musik, Blogs, Youtube und anderen Medien gebildet werden, ist die Suche nach der WAHREN Vorliebe weit mehr als eine Klassenfahrt in die Alpen. Man könnte diese Suche mit dem erklimmen des Mount Everest vergleichen, um zum Ort zu kommen, wo vollkommene Stille herrscht und die Wolken unter einem herziehen. Ein Ort für den perfekten Überblick!

Dieses kleine Bild zeigt, wie viel Zeit Jugendliche im Durchschnitt pro Tag mit Medien verbringen.

 

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Wahnsinn oder? Wer jetzt noch glaubt, die Medien hätten einen unwesentlichen Einfluss auf die Identitätsfindung, der verdient entweder daran, oder fühlt sich persönlich angegriffen.

Kommen wir zu unserer Expedition zum Mount Everest (Die Suche nach unserer wahren Vorliebe). Es gibt 3 Möglichkeiten sich auf den Weg zu machen:

A] Bleib am Fuß des Berges. Der Ausblick liegt bereits vor dir. Du hast leidenschaftliche Hobbys, die du zum Beruf machen könntest.

B] Du begibst dich auf einen Pfad, der schon längere Zeit wieder zugeschneit ist. Wir werfen einen Blick auf unsere Kindheit

C] Wir entdecken neue Pfade. Vielleicht schlummern in dir unentdeckte Talente und Interessen. Dazu blicken wir auf das familiäre Umfeld.

A] Mach dein Hobby zum Beruf

Wer Hobbys wie in der Stadt spazieren gehen, chatten, Freunde treffen oder Filme gucken hat, hat zugegebenermaßen ein kleines Problem. Diese Hobbys lassen sich augenscheinlich nur mühsam in Berufe umformulieren. Gut zu letzterem würde einem noch der Beruf eines Regisseurs, Filmkritikers oder Drehbuchautors einfallen, aber in der Stadt spazieren gehen klingt berufstechnisch schon ziemlich abstrakt.

Doch selbst diese Hobbys lassen sich zu Berufen machen. Es gibt einen Mann, der vom passionierten Stadtspaziergänger zum hoch geschätzten Stadtführer wurde. Seine jahrelange Erfahrung in seiner Heimatstadt führte dazu, dass er anderen Menschen versteckte Winkel und unbekannte Denkmäler der Stadt zeigen konnte und so bei vielen Reise- und Eventagenturen immer begehrter wurde.

Die wichtigste Grundvoraussetzung für diesen Erfolg war die Leidenschaft dieses Mannes. Über jedes unbekannte Objekt hat er sich informiert. Er hat sich auch geschichtlich mit der Stadt auseinandergesetzt und seine Spaziergangrouten immer so ausgewählt, dass er selber etwas neues entdecken konnte.

Was kannst du daraus lernen? Ganz einfach! Wenn du deinem Hobby leidenschaftlich nachgehst, ein Hobby hast, dem du dich sogar mehrere Stunden am Tag, ohne das dir langweilig wird, widmen kannst, dann ist der Gedanke der Transformation deines Hobbies nicht an den Haaren herbeigezogen. So was wie ein Profi bist du ja schon, du kannst bloß noch nicht davon leben.

Der nächste Schritt müsste darin legen, sich über die Möglichkeiten zu informieren. Wie hoch ist der verwalterische Aufwand vom Hobby zum Beruf? Geht es in die Selbstständigkeit, Ausbildung oder ins Studium? Wie viele Mitbewerber gibt es…? Fragen über Fragen. Sicherlich wirst du von vielen Menschen davon abgehalten. Sie werden dich als Träumer bezeichnen. Du wirst dir selbst sogar einreden, dass ein Hobby als Beruf keine Leidenschaft mehr ist. Diese Gedanken kommen einem nur, weil man so viel schlechte Erfahrung mit seinem (Ex-)Job gemacht hat. Es hängt eine negative Assoziationskette mit dem Begriff „Arbeit“ zusammen. Diese gilt es abzulegen!

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Ein kleiner Tipp von mir: Posaun deine Entscheidung nicht so weit rum. Unnötigen Gegenwind benötigst du nicht! Auf Veränderung reagieren die meisten Mitmenschen mit Missgunst. Verfahre deswegen im Geheimen. Glaub mir, das erleichtert so einiges!

Das Beispiel des passionierten Spaziergängers ist bei weitem nicht das einzige! Es gibt noch viel mehr Erfolgsstories bei denen der Wechsel geklappt hat. Lies dir am besten im Internet ein paar Geschichten durch und lass dich inspirieren.

Doch bevor du loslegst und diesen mutigen Schritt machst, solltest du folgende Fragen mit JA beantworten können:


Ist dein Hobby deine Leidenschaft?

Kannst du diese Tätigkeit auch mehrere Stunden pro Tag ausüben?

Es werden Schwierigkeiten kommen, du wirst Rückschläge machen und es hängt ein verwalterischer Aufwand mit dem Wechsel zusammen. Wirst du trotzdem stets deinen inneren Schweinehund überwinden können?


Wenn das der Fall ist wünsche ich dir ein frohes Schaffen. Ich sage dir nicht, dass es leicht wird. Ich sage dir, dass es sich lohnen wird!

B] Werfe einen Blick auf deine Kindheit

Was dir helfen kann um den Überblick über deine Neigungen zurückzugewinnen, ist der Blick in deine Kindheit. Denn in dieser Zeit ist man wie ein unbeschriebenes Blatt. Die wahre Natur ist noch sichtbar. Frage deine Eltern/Geschwister und versuche dich selbst an diese wunderbare Zeit zu erinnern. Womit, wo und mit wem hast du am liebsten gespielt? Warst du ein Einzelgänger oder ein Teammitglied? Ein Forscher oder Erfinder? Was war damals dein Traumjob?

Jetzt möchte man meinen, dass die eigenen Neigungen in dieser Zeit nicht ausgereift sind und daher nicht wirklich von Bedeutung, wie verkümmerte Ansätze, die sich in alle Richtungen entwickeln können. Wie gesagt, die ausgereiften Neigungen entwickeln sich in einer vom Materialismus verdorbenen Gesellschaft. Größtenteils eignet man sich im Laufe des Lebens fremde Neigungen an. Sogar die Schule testet einen nicht auf wahre Neigungen, sondern lediglich auf Eignungen. Man eignet sich dann vielleicht für einen Bürojob, neigt aber tatsächlich zum Beruf eines Gärtners und lebt somit unglücklich. Man kann von Glück sprechen , wenn man jemanden hatte, der diese Neigungen bemerken konnte und einen unterstützt hat sie zur Entfaltung zu bringen.

Für die vielen unglücklichen kann es daher hilfreich sein, sich an frühe und unbeeinflusste Tendenzen der Persönlichkeit in der Kindheit zu erinnern. Sie sind vielleicht noch verkümmert und ungenau, doch ein bestimmter Teil von ihnen zieht sich ganz unbemerkt und unverändert wie ein Grundmotiv durchs ganze Leben.

Nimm ein Blatt Papier in die Hand und lasse deine Kindheit die Woche über mit einem Stift Revue passieren. Warst du sensibel, einfühlsam, ein Motivator, ein kleiner Abenteurer, ein Witzbold, oder Unterhalter? Lass dich von den Erinnerungen deiner Eltern, Geschwister, Großeltern und deinen eigenen überraschen.

 

Um dir ein wenig Mut zu machen und zu beweisen, wie bedeutsam so ein Rückblick in die Kindheit sein kann, erzähle ich dir von meiner Kindheit.

Meine Erinnerungen

Meine Kindheit erschien mir immer als stinknormal bis missglückt. Ich hatte keine übermäßig gute Leistungen in der Schule, keine sonderbaren Talente und kein überdurchschnittlichen IQ (zumindest bin ich dieser Annahme. Habe ihn nie richtig testen lassen). Ehrlich gesagt hatte ich stets den Eindruck ein dummer kleiner Bengel gewesen zu sein, dem selbst in der Grundschule nichts besseres einfiel als Sporthallenwände mit Graffiti vollzusprayen und sich auf dem Schulhof zu prügeln. Also definitiv kein Vorzeigemodell für die Großeltern. Unterbewusst schwebte bis ins junge Erwachsenenalter das Gefühl in mir ein Nichtsnutz zu sein. Das dieses Gefühl von außen verursacht wurde, da bin ich mir sicher, denn kein Kind der Welt redet sich ein, ein Taugenichts zu sein.

 

Nichtsdestotrotz musste ich diese negativen Beispiele ausblenden um mich auf den positiven Output in meiner Kindheit zu konzentrieren. Es kam bemerkenswertes dabei heraus. Nach Gesprächen mit meinen Eltern und meinem Bruder und eigenen Erinnerungen konnte ich erstaunlicherweise ein positives Bild meiner selbst rekonstruieren. Es kam heraus, dass ich als Kind ein regelrechter Pläneschmied gewesen bin. Ich fand in meinen Schubladen Baupläne für Baumhäuser, ein Plan für ein selbst gezeichnetes unbekanntes Kartenspiel. Mein Bruder fand sogar einen Drehbuchplan für einen Film, den ich geschrieben habe. Außerdem war ich ein kleiner Gründer und Organisator. Etwa mit 11 gründete ich einen sogenannten geheimen Sherlock-Holmes-Club, eine Art Jason Bourne Version von TKKG. Ich gründete einen Fußballverein und einen Militärtrupp mit eigenen Orden und Ehrenzeichen aus präparierten Bierdeckeln. Ich organisierte Fahradshows mit Tricks wie freihändig oder auf dem Gepäckträger stehend Fahrradfahren, einen Karateklub in dem ich Jungs und Mädels aus der Gegend Griffe und Tritte beibrachte, die ich mir zum Teil selbst ausdachte. Man bemerke ich schreibe hier von einer Zeit als ich 4-12 Jahre alt war.

 

Es gab so viele tolle Dinge, die mir vorher nur teilweise oder überhaupt nicht bewusst waren. Neigungen und Vorlieben von denen ich lediglich eine verschwommene Kenntnis hatte. Und gerade diese sozialisierte Verschwommenheit gilt es zu beheben.

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Daher rate ich jedem von euch einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Ihr werdet interessante Dinge entdecken. Während der ganzen Bewusstmachung meiner Vorlieben und Eigenschaften bemerkte ich einen roten Faden, der bis heute sichtbar ist. Einige der damaligen Charakterzüge existieren immer noch. Ich bin z.B. nach wie vor ein Gründer, genauer gesagt der Mitbegründer von Spiegeldich.net. Ich schmiede bis heute Pläne mit interessanten Projekten für die Zukunft, die zum positiven Wandel der Gesellschaft beitragen sollen. Dieser Rückblick hat mir dabei geholfen mich auf meine Stärken zu fokussieren und die Schwächen fürs erste auszublenden. Sie werden einem ohnehin das ganze Leben lang dauernd unter die Nase gerieben. Zusätzlich wurde in mir der Glaube geweckt, dass jeder angebliche Nichtsnutz irgendwann ein Wunderkind gewesen ist. Und dieses Wunderkind kann wieder zum Leben erweckt werden, wenn man einmal retrospektiv aufs Leben blickt.

Für dich ist es höchste Zeit die Stärken in dir aus der Bärenhöhle rauszuholen und aus dem jahrelangen Winterschlaf zu wecken. Nur so findest du heraus, was deine Berufung ist.

C] Ein Blick ins familiäre Umfeld

Wer nichts in seiner Kindheit entdeckt hat, was ich stark bezweifle, wer die Erkenntnisse aus dem vorherigen Absatz bestätigt sehen, oder weitere mögliche Talente zum Vorschein bringen will, der sollte einen Blick auf sein familiäres Umfeld werfen. Ja, die meisten werden sagen, da gibt es nichts zu sehen. Meine Familie stellt kein Vorbild für mich dar usw. Mag sein! Hier geht es wie im letzten Punkt um die positiven Dinge, die du bei deinen Eltern/Großeltern feststellen kannst. Alles negative wird in diesem Fall ausgeblendet.

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Warum der Blick auf die Familie?  Weil Eigenschaften, Talente und Interessen vererbt werden können. Zum Trotz vieler Ewiggestrigen. Die Vererbung geschieht nicht zwangsläufig. Das ein handwerklicher Vater/Mutter eine handwerkliche Tochter/Sohn bekommt, ist nicht selbstverständlich. Es kann aber passieren, dass Merkmale sogar von jemanden aus deiner Großelterngeneration an dich weitergegeben werden. Lass dich jetzt aber dadurch nicht lähmen oder beängstigen im Irrglauben, irgendwann wie deine Eltern oder Großeltern zu werden. Entwicklungsbiologisch ist nichts vorherbestimmt. Gene können durch äußere Einflüsse aktiviert oder deaktiviert werden. Außerdem wollen wir uns hier ja auf positive Eigenschaften konzentrieren, die womöglich auch in dir vor sich hin dösen. Vielleicht wurden die Träume und Talente deiner Eltern oder Großeltern von ihrem mühevollen Arbeitsleben begraben.

Beantworte deswegen folgende Fragen:

  1. Welchen Beruf haben/hatten deine Eltern/Großeltern?

2. Welche Ausbildungen, Studien oder Nebenjobs hatten deine Eltern/Großeltern?

3. Welchen Hobbies sind sie nachgegangen/gehen sie nach?

4. Welche typischen Merkmale und Eigenschaften würdest du deinen Eltern/Großeltern zuschreiben?

5. Was können/konnten sie besonders gut?

 

Mit der Beantwortung dieser Fragen bin ich mir selber wieder ein Stück näher gekommen. Euch wird es nicht anders gehen. Probiert es aus.

Kurz zu meinen Eltern.

Mein Vater ist Fuger und meine Mutter eine Krankenpflegerin. Nicht unbedingt meine Traumjobs. Beides ist harte Arbeit und letzteres auch noch schlecht bezahlt. Beschämend vor dem Hintergrund, wie wichtig die Arbeit einer Krankenpflegerin ist. Aber das ist ein anderes Thema. Mein Vater und meine Mutter wuchsen selbst in armen Verhältnissen auf und haben keinen hohen schulischen Abschluss . Man könnte meinen, sie entsprechen in keinster Weise meinen Vorbildern. Doch das ist nur äußerlich der Fall. Bei näherer Betrachtung ergab sich auch hier ein völlig anderes Bild. Mein Vater ist ein äußerst kreatives Köpfchen. Er hat immer wieder mal Gedichte geschrieben, Bilder gemalt, selbst ausgedachte Requisiten und Bühnenbilder entworfen und war in den 80ern sogar als DJ tätig. Zu dem verfügt er über ein handwerkliches Talent als Tischler. Meine Mutter ist sehr diszipliniert, sozial engagiert und hat ein gutes Gedächtnis, weshalb sie früher mal in der Bücherei gearbeitet hat. Ich schätze auch ihren beständigen Willen an sich selbst zu arbeiten.

Schön und gut, aber was sagt das über mich aus? Nun ja, durch die biografische Analyse habe ich drei Haupteigenschaften in mir bestätigt gefühlt: Kreativität, soziales Engagement und der Wille an sich selbst zu arbeiten. Bei jedem größeren Projekt dem ich mich widme, checke ich vorher ab: Kommt meine Kreativität zur Geltung? Entwickle ich mich weiter? Helfe ich mit dem Projekt anderen Menschen? Sinnhaftigkeit ist ein wichtiger Aspekt in meinem beruflichen Handeln. Würde das fehlen, wäre ich nicht wirklich glücklich.

Schritt Nr.3 Mach etwas, was Sinn macht.

Erforschungen haben ergeben, je sinnstiftender die Arbeit ist, desto glücklicher fühlt sich ein Mensch. Aber was macht denn schon Sinn? Ist das nicht ein viel zu breiter Begriff, der für alle etwas anderes bedeutet? Für die meisten bedeutet er eine Tätigkeit auszuüben, die positive Auswirkungen hat, z.B. für die Gesellschaft, die Umwelt oder andere Personen.  Dinge, die über einen selbst hinausgehen und ethischen Maßstäben gerecht werden, werden als sinnstiftend erlebt.

Macht es dann Sinn Berufe auszuüben in denen man die Natur und andere Menschen rücksichtslos ausbeutet? Berufe in denen Lebewesen getötet werden, ja gar gezielt, effektiv und massenhaft vernichtet? Zweifelhafte Konsumgüter hergestellt und manipulativ vermarktet werden? Berufe in denen lügen, tricksen und abzocken zur Praxis gehören? Wohl kaum! Es ist dir überlassen welche Berufe du in diese Kategorien einordnen würdest. Jeder weiß insgeheim sowieso Bescheid, wenn er betroffen ist, vorausgesetzt die Verdrängung und Verleugnung  gehören noch nicht zum fest verankerten Reaktionsmuster.

 

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Welche Berufe kämen dann in Frage? Grundsätzlich geht es um die innere Haltung. Man kann ein profitgeiler Bäcker sein oder eine lieblose Krankenschwester. Die eigenen ethischen Wertvorstellungen lassen sich in vielen Berufen ausleben. Nichtsdestotrotz ist es klar, dass einige Berufe besser für das Sinnerleben geeignet sind als andere. Berufe in denen man Menschen, Tieren oder der Umwelt hilft, passen natürlich ideal dazu. Z.B. Heil- und Pflegetätigkeiten, Tätigkeiten im Bereich Tier- und Umweltschutz oder soziale Berufe, wie der eines Pädagogen.

Außerdem haben viele verteufelte Berufe auch positive Gegenbeispiele. Der Beruf eines Bankkaufmanns bpsw. kann entweder in einer Bank ausgeübt werden, die Kredite für unmoralischen Unternehmen vergeben, wie für die Rüstungsindustrie oder Unternehmen die nachweislich Kinderarbeit nutzen, oder in einer Bank, die nur nachhaltige und faire Unternehmen und Projekte finanzieren. Man kann in einem Supermarkt arbeiten, der umweltbelastend und verschwenderisch arbeitet, oder in einem umweltbewussten Supermarkt z.B. der Zero-Waste-Bewegung.

 

Es gibt unzählige Alternativen, keiner ist gezwungen in einem verwerflichen Unternehmen zu arbeiten. Such dir einen Job, der bedeutungsvoll ist, oder passe deinen aktuellen diesen Bedingungen  an (z.B. in dem du deinen Arbeitgeber vom Thema Nachhaltigkeit überzeugst) und du wirst ein glückliches und sinnerfülltes Berufsleben leben.

Schritt Nr. 4 Meditiere.

Kein Scherz, das wirkt! Abgesehen von den wissenschaftlichen Bestätigungen  positiver Auswirkungen von Meditation, kann ich dir kurz von meinen Erfahrungen berichten und welchen Effekt sie auf die Berufsfindung haben.

Ich war ne lange Zeit sehr skeptisch gegenüber dieser Praktik, aber als ich mich selbst darin versucht habe, konnte ich diese 3 positiven Effekte feststellen:

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  1. weniger Angst & Stress, folglich mehr Gelassenheit bei schwierigen Entscheidungen, z.B. der Entscheidung das Studium abzubrechen.
  2. weniger Zerstreutheit, stattdessen mehr Fokus für die wichtigen Dinge in meinem Leben. Ich konnte mich mehr auf meine Stärken und Vorlieben konzentrieren, sowie auf das was wirklich zählt im eigenen Leben (Lebensaufgabe und Familie).
  3. mehr Optimismus. Der Glaube ist in mir gewachsen, dass ich Dinge, die ich angehe auch wirklich schaffe und das Veränderung möglich ist.

Sind das nicht super Konditionen für die Suche nach der eigenen Berufung? Dafür brauchst du auch nicht viel. Lediglich einen Stuhl oder ein Kissen, eine bequeme aber aufrechte Haltung und 20 Minuten in denen du dich mit geschlossenen Augen auf deinen Atem konzentrierst. Ich unterteile die 20 Minuten in 4 Phasen á 5 Minuten. In der ersten Phase zähle ich jede Einatmung bis zur Zahl 10 und beginne dann mit dem Zählen von vorne. Das sieht dann ungefähr so aus: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 1, 2, 3, 4, 5, in Gedanken versunken, nicht schlimm und wieder 1, 2, 3, 4….  In der zweiten Phase zähle ich jede Ausatmung. In der dritten Phase zähle ich nicht mehr, sondern konzentriere mich gleichzeitig auf das Ein- und Ausatmen und in der dritten Phase konzentriere ich mich auf die verschiedensten Bereiche, die mit dem Atmen zusammenhängen. Z.B. auf das Heben und Senken meines Brustkorps oder meiner Schultern, den Luftstrom im gesamten Nasen- und Rachenraum etc. Für die Zeiteinteilung hilft mir die App Zen Time Lite.

Falls du dich fragst ob so eine simple Sache wie der Fokus auf die Amtung helfen können. Jep, sowas hilft tatsächlich! Probiere es aus, lies dich schlau, schau dir andere Methoden an und erzähle mir von deinen Erlebnissen!

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Fazit

In diesem Artikel habe ich dir von meinen Erfahrungen berichtet, wie es mir gelungen ist meine wahre Berufung zu finden. Dieser Weg ist noch längst nicht abgeschlossen, aber ich komme mir selbst immer näher. Für dich ist dieser Schritteplan kein Patentrezept, sondern viel mehr ein Vorschlag oder eine Anregung. Ob er wirklich funktioniert hängt von dir ab und deinem Willen deine Vorlieben und Stärken zu entdecken. Doch sei gewiss, richtig angewendet bin ich davon überzeugt, dass er dir weiterhelfen wird. Ich wünsche dir für dein Leben nur alles Beste. Mögest du deine Ziele erreichen und vielleicht sogar einen positiven Beitrag für die Welt leisten.

 

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9 Comments on “Finde den Job, der dich glücklich macht: In 4 Schritten zu deiner wahren Bestimmung.”

  1. Ein sehr schöner Artikel!
    Ich selbst habe mich vor sechs Jahren in einer tiefen Krise gefragt „Was hat mir denn stets Freude bereitet?“ und „Was würde ich selbst dann tun, wenn ich kein Geld verdienen müsste?“ Die Antworten kamen zugegebenermaßen langsam, denn erst einmal gab es so viel Negatives (gemachte Erfahrungen), das mir durch den Kopf ging.
    Aber je länger ich nachdachte und bewusst (!) nach Positivem suchte (wie Du es so schön beschrieben hast in Deinem Artikel), kamen die Antworten.

    Heraus kam, dass ich gerne mit Menschen rede, Sie motivieren kann durch Zuhören, Fragenstellen und Tipps geben. Erst dachte ich „Wie soll ich damit Geld verdienen?“ zumal in meiner Branche eher wenige von Coaching, reiner Beratung leben können – sagt man zumindest… 😉

    Allerdings schaute ich mir dann bei Youtube immer wieder Stories von den Leuten an, die einfach anfingen das zu tun, was sie am liebsten taten und damit auch erfolgreich Geld verdienen.
    Das hat mich motiviert, da es bei mir im direkten Umfeld nur wenige Vorbilder gab.

    Und ich habe es geschafft. 🙂 Ich mache das, was ich am besten kann, sehe absoluten Sinn in meiner Arbeit und verdiene damit sehr gut meinen Lebensunterhalt. Und das auf meine Art und Weise.

    Es ist schön festzustellen, dass immer sich trauen aus den konventionellen Vorstellungen von „Arbeit“ auszusteigen, vielleicht auch ein eigenes Business aufbauen und dadurch mehr Zufriedenheit bei sich selbst und letztendlich im Miteinander sich einstellt.

    Ein Artikel, den ich gern teile.

    Herzlich,
    Christine

    1. Hallo Christine, danke für deinen wunderbaren Kommentar. Ein ermutigendes Beispiel. Der Schritt die Komfortzone zu verlassen ist ein gewaltiger und beängstigender. Aber hat man es einmal geschafft, will man niemals zurückkehren. Viel Erfolg dir weiterhin als Coach. 🙂

  2. Vor sechs, sieben Jahren ging´s mir richtig mies. Diagnose Burnout, nichts lief mehr.

    Schnell war klar, dass ich mein Leben auf den Kopf stellen musste. Ich ging einen ähnlichen Weg, wie er in diesem wunderbar inspirierenden Artikel vorgeschlagen wird: Ich besann mich dessen, was ich vor den 20 Jahren machen wollte, die ich im „falschen“ Job verbrachte.

    Und wirklich: Es gab Möglichkeiten, eine vergleichbare Tätigkeit auch mit Mitte 40 noch umzusetzen. Nach ein paar Wochen lag Plan A bereit, an dessen Umsetzung ich mich denn auch gleich machte, nach einem weiteren halben Jahr tat sich – oha! – noch ein Plan B auf.

    Mit diesen beiden für mich sehr zufriedenstellenden und sinnvollen Jobs bin ich heute ein ausgeglichener und glücklicher Mensch. Und zurückblickend kann ich sagen, dass der „Break“ in meiner Lebensgeschichte mit das Beste war, was mir bisher passiert ist.

    1. Find ich cool, dass du trotz der Diagnose Burnout auf die Beine gefunden hast. Ich denke damit machst du vielen Lesern mit vergleichbaren Schicksalen sehr viel Mut. Danke dir dafür!

  3. Danke Paul für deine Inspiration und Einblick in deine Erfahrung. 🙂 ich befinde mich noch am Anfang meiner Veränderungsphase aber es wird Schritt für Schritt und es fühlt sich gut an. 😀
    Liebe Grüße aus Magdeburg

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