Nachhaltig leben: 11 Dinge, die du sofort tun kannst

nachhaltig Leben

Nachhaltig leben ist eine Herausforderung.

Lass uns wetten!

Wenn wir die Ressourcen die uns auf der Erde zur Verfügung stehen fair aufteilen wollten, hat jeder Mensch ein 1,7 gha (globale Hektar) pro Jahr zur Verfügung.

Wie groß ist dein ökologischer Fußabdruck? Ich wette, dass du drüber liegst! Wenn nicht, schreib uns bitte hier eine Nachricht, wir würden dich gerne zum Thema nachhaltig leben interviewen.

Und nein, ich möchte dich nicht demotivieren. Aber Fakt ist: Wir leben über unsere Verhältnisse. Bei dem Konsum- und Wohlstandslevel, an das wir gewöhnt sind, ist es fast unmöglich diese Grenzen einzuhalten, wenn du nicht einiges anders machst, als der Durchschnitt.

Deswegen ist es gut, dass du dich mit diesem Thema auseinandersetzt.

Aber wie bringen wir mehr Nachhaltigkeit in unser Leben?

Nachhaltig leben: Die Basis, wo stehst du?

Wenn wir nachhaltig leben und etwas verändern wollen müssen wir wissen wo wir stehen.
Berechne zuerst deinen ökologischen Fußabdruck!

Sei nicht enttäuscht wenn der Wert höher liegt als erwartet. Ich habe mich selbst lange mit dem Thema beschäftigt, und mein Wert ist trotzdem höher als er sein sollte. Umso wichtiger ist es anzufangen!

Ich finde, dass nachhaltig leben eine Herausforderung ist. Ich habe selbst viel Zeit in dieses Thema investiert um mich tiefer mit dem Thema auseinanderzusetzen. Darum hoffe ich, dass dir dieser Beitrag weiterhilft und dir deinen Weg vereinfacht. Aber kommen wir zunächst einmal zum Test.

Zum Rechner hier klicken. 

Fertig? Gut! Dann schauen wir uns jetzt Tipps in verschiedenen Lebens- und Konsumbereichen an, die du sofort umsetzen kannst, für mehr Nachhaltigkeit im Alltag.

1. Wechsle zu Ökostrom

Simpel und effektiv.

Zu einem Ökostromanbieter kannst du im Internet schon innerhalb von 10 Minuten wechseln. Kohlestrom ist dreckig und von gestern. Atomstrom ist out und gefährlich. Wenn dir jemand erzählen möchte, er sei günstig, frag mal ob in der Preisrechnung auch die Kosten für die Endlagerung einkalkuliert wurden. Wo wird überhaupt endgelagert? Bei mir nicht. In deinem Garten?

Es gibt einen Faktor, der bei dem Thema Energiewende verschwiegen wird: Du. Je mehr Menschen von sich aus auf Ökostrom wechseln, desto schneller muss auch die Politik handeln und die Weichen dafür stellen.

Wichtig sind folgende Punkte: Klare und flexible Vertragsbedingungen. Keine Vorauskasse. Anbieter, die auch tatsächlich die erneuerbaren Energien produzieren, die sie verkaufen, am besten in Deutschland. Wir haben mit Polarstern und Lichtblick gute Erfahrungen gemacht, aber Greenpeace Energy und Naturstrom sind genauso zu empfehlen.

2. Minimalismus ist King! Konsumiere weniger

Brauchst du alle Klamotten die du im Schrank hast?

Brauchst du das neue Smartphone wirklich?

Und wenn du dir da gar nicht so sicher bist, warum kaufst du es dann?

Machen dich die Produkte wirklich frei, glücklich und bringen dir gesellschaftliche Anerkennung, wie es die Werbung verspricht?

Wenn es ein Produkt gäbe, dass diese Versprechen erfüllt, müsstest du ja in Zukunft nichts mehr kaufen. Unabhängig davon, dass du mit falschen Versprechen dahin manipuliert wirst Dinge zu kaufen, die du nicht brauchst, unterstützt du oft mit deinem Konsum Produktionsbedingungen die du gar nicht willst.

Die globalen Wertschöpfungsketten entfremden uns von der Herstellung der Produkte. Es scheint oft unmöglich zu durchschauen, was wo, wie und mit welchen Umweltfolgen produziert wurde. Selbst Fair Trade und Bioprodukte verbrauchen noch Ressourcen. Dabei müssen wir weniger Ressourcen verbauchen. Wir müssen weg vom Zwang zu mehr Wirtschaftswachstum.

Der einfachste Weg ist weniger zu konsumieren!

„Wir arbeiten in Jobs, die uns nicht erfüllen um Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen, und unterstützen damit oft Umweltzerstörung und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, um damit Menschen zu beeindrucken die wir nicht mögen.“

Hol dir deine Freiheit zurück! Entscheide selbst was du wirklich brauchst!

Yasemin war sogar ein ganzes Jahr lang nicht shoppen.

3. Nachhaltiger Konsum: Unterstütze mit deinem Konsum nachhaltige Alternativen

Jeder Einkauf ist ein Wahlzettel.

Du entscheidest wem du dein Geld gibst, was für eine Welt du unterstützt.

Setze wenn möglich auf regionale Wertschöpfung, Bioqualität und faire Arbeitsbedingungen. Ich persönlich kaufe Wohnungsdeko und Kleidung auch gerne Secondhand. Im Zweifel stell dir selbst diese eine Frage:

Vergrößern oder verringern meine Konsumentscheidungen das Leid auf dieser Erde?

4. Einwegverpackungen meiden

Es gibt sie bereits: Plastikfreie Supermärkte.

Was für uns wie Zukunftsmusik klingt und unsere Großeltern an Ihre Kindheit erinnert, wird von einigen Vorreitern bereits umgesetzt. Aber auch wenn du nicht gerade in Berlin, Wien oder London wohnst kannst du den Verpackungsmüll reduzieren.

Wie viel Plastik steckt in den Produkten die du kaufst – pro Tag, pro Woche, pro Monat?

Musst du jedes Gemüse in einzelne kleine Plastikbeutel stecken? Und wie transportierst du deinen Einkauf nach Hause? Nimm einen Rucksack, oder eine Stofftragetasche!

Verpackungsfrei(er) leben geht! Lauren Singer lebt plastikfrei und versucht sogar komplett ohne Müll auszukommen.

5. Nachhaltige Mobilität: Autofahren ist Out.

Mein Auto, mein Karibikurlaub.

Fahr weniger und intelligenter.

Der Verkehrssektor ist eine der Hauptquellen von CO²-Emissionen.

Durchschnittlich 23 Stunden am Tag steht ein Auto still. Viele Familien haben heutzutage sogar zwei Autos. Brauchst du das wirklich? Wenn möglich wechsle auf öffentliche Verkehrsmittel. Schau ob es Car-Sharing-Angebot in deiner Stadt gibt. Du hast einen Kollegen, der in der Nähe wohnt und den gleichen Weg zur Arbeit fährt? Bildet eine Mitfahrgemeinschaft! Ihr halbiert eure Kosten und tut der Umwelt etwas Gutes!

Fliegen ist für Vögel

Da können wir nicht groß drum rum reden.

Flugzeuge stoßen verdammt viel dreckige Gase aus. Das Beste ist gar nicht zu fliegen.
Am meisten verbrauchen Flugzeuge beim Start und bei der Landung.

Ersetze deswegen Kurzflüge durch Bus- oder Zugreisen. Regionaler Urlaub ist King! Falls du, warum auch immer, doch einmal fliegen musst, nehme wenn möglich Direktflüge. Bei jeder Zwischenlandung hast du einen Start und eine Landung mehr auf deinem Konto, das erhöht die Emissionen.
Mach dir bewusst, was dein Flug verursacht. Deine Emissionen kannst du zum Beispiel bei Atmosfair nachprüfen:

6. Nachhaltiger Essen: Mahlzeiten für eine bessere Welt

Wer hätte das gedacht?

Der größte Hebel für ein nachhaltigeres Leben liegt in unserem Essen!

Laut verschiedenen unabhängigen Studien zum Beispiel von der FAO oder dem World Climate Institute, ist der größte Verursacher von Treibhausgasen die Massentierhaltung.

Wie der Name schon vermuten lässt liegt es an der Masse.

Wir waren noch nie so viele Menschen auf dem Planeten, die so viel Fleisch gegessen haben. Über 30 % der Landoberfläche auf unserem Planeten wird bereits für Tierhaltung genutzt. Ein Großteil der Trinkwasservorkommen werden von den über 60 Milliarden Nutztieren die wir pro Jahr schlachten verbraucht. Schon heute ist der Hauptfaktor für Regenwaldabholzung in Südamerika die Futtermittelgewinnung. Die Menge unseres heutigen Fleischkonsum ist bei einem weiteren Anstieg der Weltbevölkerung nicht denkbar. Es gibt Unmengen an wissenschaftlichen Studien, die sich mit dem Thema aus ökologischer, sozialer und gesundheitlicher Perspektive befasst haben.

Musst du jetzt ganz vegan leben? Das bleibt dir überlassen. Aber reduzieren macht allemal Sinn!

Normal und natürlich sind die Unmengen an Fleisch die wir essen nicht. Im Vergleich zu 1950 hat sich der pro Kopfkonsum verdoppelt, im Vergleich zu 1850 sogar vervierfacht!

Wenn wir unseren Planeten nicht „aufessen“ wollen sollten wir zumindest weitaus weniger Tierisches essen. Das sagt auch die UN. Und auch dir selbst tust du damit etwas Gutes – Dein Risiko für Krebs- und Herzleiden sinkt, dein Wohlbefinden steigt.

Die Albert-Schweitzer Stiftung zeigt mit kostenlosen Rezepten wie es geht!

7. Simpler Essen: Regional und wenig verarbeitet

Wenn wir etwas im Supermarkt kaufen, sind wir stets einer Gefahr ausgesetzt.
Dass wir Produkte einkaufen, deren Herstellung sich durch verschiedene Länder auf dem ganzen Globus gezogen hat. Das gilt bereits für Bananen aus Mittelamerika.

Noch mehr aber gilt es für verarbeitete Lebensmittel. Verschiedene Verarbeitungsschritte finden in verschiedenen Ländern oft zu fragwürdigen Arbeitsbedingungen statt. Das Beispiel der Nordseekrabben, die zum Schälen nach Nordafrika transportiert werden, und dann wieder hier als Nordseekrabben aus der Region verkauft werden, zeigt das Problem gut auf.

Das sollten wir weder aus sozialer noch aus ökologischer Sicht unterstützen!

Kurz: Je weiter verarbeitet ein Lebensmittel, desto mehr Energie und Ressourcen wurden für Herstellung, Transport und Verpackung verbraucht.

Es ist auch eine Frage der Gesundheit. Schau dir bei deinem nächsten Einkauf die Zutatenliste von verschiedenen Fertigprodukten an, die du kaufst. Und überleg dir ob bestimmte Zutaten die dem Namen nach eher aus einem Chemielabor, als aus einem Gemüsegarten zu stammen scheinen, wirklich gesund für dich sein können. Wenn ein „Lebensmittel“ Zutaten beinhaltet, die ich nicht kenne oder nicht aussprechen kann, lege ich es wieder weg.

Wenn du kannst, geh nicht den Umweg über den Supermarkt, sondern bezieh das Gemüse direkt beim Biobauern aus deiner Region. So kannst du wirklich sicher sein das richtige zu kaufen und stärkst die regionale Wirtschaft.
Ökokiste arbeitet mit Biohöfen in ganz Deutschland zusammen, die frische Gemüsekörbe direkt nach Hause liefern.

Sicher findest du im Internet aber auch weitere Bio-Höfe direkt in deiner Nähe.

Wenn du noch einen Schritt weitergehen möchtest, bau selber an! So einiges kann bereits auf dem Balkon oder deiner Fensterbank wachsen. Wenn du keinen Garten hast, gibt es in vielen größeren Städten Deutschlands mittlerweile Urban Gardening Bewegungen.

Iss Simpler: Iss Lebensmittel, von denen du weißt, wie und wo sie produziert wurden: regional und unverarbeitet.

8. Lass Dein Geld sprechen: Wechsle deine Bank

Du weißt bereits: Mit deinem Geld wählst du in was für einer Welt du leben möchtest.

Aber nicht nur mit dem Geld das du ausgibst, sondern auch mit dem was du nicht ausgibst.

Dein Geld liegt nämlich nicht einfach auf der Bank herum. Deine Bank macht Geschäfte damit. Immer.
Frag deine Bank ob sie in ökologisch und sozial sinnvolle Projekte investiert. Wenn nicht, wechsle. Ich bin gerade zur GLS-Bank gewechselt und begeistert von ihrer nachhaltigen Ausrichtung. Und nein, die Mitgliedschaft ist nicht unbezahlbar, bis 27 ist sie sogar kostenlos.

9. Konsumiere achtsamer. Pflege und repariere was du hast.

Wer kennt das nicht?

Kaum ist die Garantie abgelaufen, geht der Drucker nicht mehr. Geplante Obsoleszenz oder ominöser Zufall, Fakt ist: Wir sind eine Wegwerfgesellschaft. Und weil die Reparatur oft so teuer ist, wie einen neuen Drucker zu kaufen, ist die Entscheidung meistens schnell getan, oder?

Mir ist bewusst, dass es schwer ist, Elektro-Produkte zu finden, die einfach und günstig zu reparieren sind. Fairphone bildet eine einsame Insel in einem Meer aus Versagern. Deswegen nehmen mehr und mehr Menschen das Thema selbst in die Hand. In Repaircafés können Kleidung, Möbel und elektrische Geräte selbst repariert und geflickt werden. Ehrenamtliche Helfer unterstützen dabei gerne. Hier findest du das nächste Repaircafé in deiner Nähe: Zur Übersicht.

30 % aller Lebensmittel werden in Deutschland weggeworfen, von den Bergen an Kleidung und Elektroschrott gar nicht zu sprechen. Kauf nur, was du wirklich brauchst! Und wenn du dich doch mal verkalkuliert hast wirst du auf Foodsharing.de dankbare AbnehmerInnen finden.

10. Zusammen sind wir mehr: Vernetze dich!

Erfolgreiche Menschen haben eine Sache gemeinsam: Sie haben einen Mentor.

Wir kommen schneller und leichter an unsere Ziele, wenn wir uns mit Menschen umgeben, von denen wir lernen können. Gerade zu Beginn ist es wertvoll, sich mit Menschen auszutauschen die sich schon länger mit nachhaltigeren Lebensstilen beschäftigen.

Großartige Ansätze findest du zum Beispiel in der Transition Town Bewegung, im Urbangardening oder in Repaircafés.
Genauso gut kannst du dich aber auch Organisationen anschließen, die einen politischen Widerstand gegen die Kohle-, Flug-, Agrar-, Waffenindustrie etc. organisieren oder unterstützen.

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11. Verbreite die Botschaft!

Wir müssen das Thema groß machen!

Dazu ist das Prinzip der sozialen Diffusion wichtig.

1. Geh voran!

Wir brauchen Menschen, die nachhaltig leben und authentisch zeigen das es möglich ist. Es ist immer einfacher einen Weg zu folgen, den jemand anders schon gegangen ist. Je mehr Menschen mitbekommen, dass es alternative Ansätzen und Gesellschaftsmodelle gibt, die bereits gelebt werden, desto eher werden sie sich auch dafür interessieren. Gerade wenn es um Änderungen der täglichen Gewohnheiten geht, ist es gut, nicht allein zu sein. Jeder der Regelmäßig Sport treibt weiß: Ein guter Partner ist Gold wert!

2. Sprich darüber!

Du hast in diesem Artikel einige konkrete Ideen vorgeschlagen bekommen, dein Leben nachhaltiger zu gestalten. Sprich also darüber mit deinen Freunden. Schneide immer mal wieder verschiedene Themen an. Natürlich ohne sie zu sehr zu nerven. Du wirst aber merken, dass du das auch gar nicht musst. Wenn du beginnst dich darin zu üben nachhaltiger zu leben und verschiedene Bereiche in deinem Leben umzustellen, wird dein Umfeld es schnell mitbekommen und dir sicher schnell Fragen stellen.

Sich vernetzen und austauschen, voneinander lernen und sich inspirieren, sind die Basis für eine große Bewegung. Wenn dir der Artikel also gefallen hat, teile ihn!

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10 Comments on “Nachhaltig leben: 11 Dinge, die du sofort tun kannst”

  1. Schöner Beitrag, schon durch kleine Änderungen im Alltag lässt sich Geld einsparen und man trägt zusätzlich auch noch etwas nützliches bei.

    1. Das stimmt Tony. Das ist ein Aspekt der oft gar nicht beachtet wird, dass wir dadurch auch freier von Geld, und damit freier vom System leben können.

  2. Ich stimme voll und ganz zu! Vielen dank für diese Webseite. Ich versuche nachhaltig zu leben und es gelingt mir nicht immer. Aber ich versuche es zumindest… Es ist schön, dass es solche Leute wie dich gibt Tony.

  3. BIOMÜLLTÜTE AUS ZEITUNG!!! und für alle die nicht gern selbst basteln, mache ich das gerne!!!
    ebay: Bio Müllbeutel Tischabfall Biotonne kompostierbar Papier 10 Stück

  4. Moin Carlos! Spitzen-Tips! Ich lebe auch minimalistisch und ohne Plastik. Es hat echt was Beruhigendes und gibt ein gutes Gefühl.

    Beste Grüße
    Christoph

    1. Ja, das stimmt.
      Es hat viel mehr mit wahrer Freiheit zu tun, als mit Verzicht.
      Schön, dass du mit auf diesem Weg bist!
      LG

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