Die Währung der Zukunft: Die mysteriöse Prophezeiung von Ajahn Chah

Währung der Zukunft: Die mysteriöse Prophezeiung von Ajahn Chah

In Thailand lebte ein Mönch Namens Ajahn Chah.

Eines Tages machte er eine Prophezeiung über die Währung der Zukunft.

Er war sehr bekannt und zog bei öffentlichen Veranstaltungen tausende von Menschen an, die kamen um ihm zuzuhören. In Thailand wurde er wie ein Heiliger verehrt.

Nun, an einem Tag sagte er voraus, dass es auf der Welt irgendwann kein Geld mehr aus Papier und Metall, für Geldscheine und Münzen geben werde.

Die Menschheit werde sich für finanzielle Transaktionen etwas anderes ausdenken.

Was wird es sein? Vielleicht denkst du jetzt gerade an Bitcoins?

Ajahn Chah fuhr mit seiner Prophezeiung fort.

„Kügelchen aus Hühnerkot könnten das bisherige Geld ersetzen. Menschen würden mit Taschen voller Hühnerscheiße herumlaufen. Die Banken wären voll davon und Kriminelle würden versuchen es anderen zu stehlen. Die Reichen wären Stolz auf ihren Berg Hühnerscheiße und arme Leute würden davon träumen in der Lotterie einen Riesenhaufen Hühnerscheiße abzuräumen.

Regierungen würden die Lage der Hühnerscheiße in ihrem Land diskutieren und sich mit deren Auswirkungen auf die Welt beschäftigen.

Und sobald ausreichend Kot in Umlauf gebracht worden sei, würde man auch den sozialen Fragen und Umweltthemen in Zusammenhang mit Hühnerscheiße Platz einräumen“

Aber auch wenn theoretisch genug Hühnerscheiße da wäre, und die reichsten acht Menschen größere Haufen hätten als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, wäre die Antwort vermutlich: „Wir brauchen erstmal Wirtschaftswachstum. Denn erst wenn mehr Hühnerscheiße da ist, können wir uns um soziale Gerechtigkeit und den Erhalt unseres Planeten kümmern.“

Was ist der entscheidende Unterschied zwischen Geldscheinen, Münzen und Hühnerscheiße? Es gibt keinen.

Währung der Zukunft: Was wir von Hühnerscheiße lernen können

Diese Geschichte ist eine Bestandsaufnahme unserer derzeitigen Gesellschaft.

Was ist das Ziel in deinem Leben?

Viele sagen mir, sie wollen erstmal Hühnerscheiße machen. Alles andere ist sekundär.

Ich verstehe, dass wir ein bestimmtes Maß ein materieller Basis brauchen, damit wir uns sicher fühlen und unsere Grundbedürfnisse gedeckt sind. Jedoch haben wir die starke Tendenz, die materiellen Werte über alles andere zu stellen. Wir haben uns hier in einem Extrem verfangen.

Dieses System ist auf Wirtschaftswachstum angewiesen, auch wenn wir dadurch unseren Planeten zerstören. Um den Konsummotor an Laufen zu halten, müssen immer neue künstliche Bedürfnisse in uns geweckt werden. Kein Baby kommt mit dem Wunsch auf die Welt mit dem Flugzeug um die Welt zu jetten, jedes Jahr ein neues Smartphone zu kaufen, den neusten Modetrends entsprechend gekleidet zu sein und einen SUV zu fahren.

Ein paar Jahre später, nachdem diese materialistischen Ideale dauerhaft von Werbung, Fernsehen, Promis und Gesellschaft glorifiziert wurden, nehmen wir sie an. Und sind häufig fest davon überzeugt, dass es unsere eigenen Bedürfnisse und Wünsche sind.

Wir definieren unsere individuelle Persönlichkeit mit den Dingen, die wir haben. Mit dem Smartphone, dem Klamottenstil, dem Auto etc. Wir definieren häufig unseren „Wert“ und unser Selbstvertrauen damit, was wir besitzen, welche Kleidung wir tragen und ob wir gestylt sind oder nicht.
Im Rückblick fällt uns dieses lustige Schauspiel manchmal auf. Vor kurzem traf ich einen alten Schulfreund und wir lachten darüber, wie viel Geld wir damals für Baggy-Pants und Bomberjacken ausgaben.

Dass es auch eine Welt abseits der Konsumlogik gibt, entdeckte auch Yasemin, als sie ein Jahr lang keine Klamotten mehr kaufte.

Was bereits der Gedanke an Geld mit uns macht

Die Werbung wirkt, weil sie unser natürliches Bedürfnis auf ein glückliches Leben anregt.

Jedoch halten die Produkte dieses Versprechen nicht.

Es mag vielleicht nahe liegen, dass in einer Gesellschaft, in der Werte wie Gier, Aussehen, materieller Besitz, Wettbewerb dominant sind, ethische Werte verkümmern. Ein soziales Miteinander, Teilen, Helfen und Zusammenhalten bleiben auf der Strecke.

Besonders eindrucksvoll finde ich eine klinische Studie dazu:

Personen mussten an einem Computer verschiedene Aufgaben lösen. Zwischen den Rätseln wurden der einen Hälfte der Personen Geldscheine am Bildschirmhintergrund angezeigt. Die andere Hälfte sah Blumen, Schuhe oder Tische auf dem Bildschirmhintergrund.

Bei einem zweiten Test ging es darum Blätter, nach den aufgedruckten Zahlen zu sortieren. Die erste Gruppe bekam dazu Geldscheine, die zweite Gruppe führte die gleiche Übung mit weißen Blättern durch.

Und jetzt kommt der spannende Teil:

In einer weiteren Phase wurden beide Gruppen gemischt in den gleichen Raum gesetzt und mussten verschiedene Rätsel lösen. Dabei wurde betont, dass sie jederzeit zusammenarbeiten und andere um Hilfe bitten können.

Die Teilnehmer*innen der „Geld-Gruppe“ baten weniger um Hilfe und nahmen sich weniger Zeit zum Helfen, wenn sie um Rat gefragt wurden.

Am Ende sollte ein Stuhlkreis um den Versuchsleiter gebildet werden, um den Versuch zu diskutieren. Die Mitglieder der „Geld Gruppe“ setzten sich im Schnitt weiter weg vom Versuchsleiter.

Diese kleine Studie zeigt, dass bereits der Gedanke an Geld ausreicht um unser Verhalten zu ändern. Er macht uns egoistischer und  führt dazu, dass wir uns weniger solidarisch verhalten und von unseren Mitmenschen abwenden.

Was bedeutet das also für eine Gesellschaft, in der Geld und Materialismus ständig präsent sind? In der Gier, Verlangen und Wettbewerb geheiligt werden. Schafft sie Harmonie, Frieden, Mitgefühl und ein soziales Miteinander?

Das Geld der Zukunft?

Was für eine Rolle sollte Geld also in Zukunft spielen?

Ist es möglich eine Gesellschaft komplett frei von Geld aufzubauen?

Ein inspirierender Kontrast zum Materialismus unserer Zeit sind Aktivisten, wie Tobi von Living Utopia, der nahezu frei von Geld lebt und uns in einem spannenden Interview von seiner Vision erzählte.

Vielleicht müssen wir auch gar nicht so weit gehen. Vielleicht ist Geld auch notwendig um in einer komplexen Wirtschaft effizient Handel treiben zu können.

Jedoch gilt es wieder das richtige Maß zu finden und uns eine größere Vision, als „reich werden“ zu zutrauen. Dazu ist es hilfreich Geld einfach als das zu sehen, was es in der jetzigen Welt ist: Mittel zum Zweck, im Wirtschaftsleben.

Ebenso wichtig ist es aber auch Räume zu schaffen und zu erhalten, die frei von Profit- und Gewinnlogik sind.

In einer Zeit, in der die Wirtschaft unseren Alltag mitbestimmt, bergen aktuelle Trends allerdings auch das Potential, weiter in die andere Richtung abzudriften. Die ökonomische Logik, das Profitdenken erobert das Privatleben. Dies zeigen die Schattenseiten einer Sharingeconomy, anhand von Diensten wie Uber und Airbnb. Ein weiteres Phänomen sind sogenannte „Multilevelmarketing“-Unternehmen.

Die Wahrheit über ein glückliches Leben

Für ein glückliches und erfülltes Leben ist es wichtig uns Bereiche zu erhalten und aufzubauen, in denen Geld keine Rolle spielt. In denen Teilen und einander ohne Profitgedanken zu helfen und zu unterstützen selbstverständlich sind. Das sollte zumindest für unser Privatleben zutreffen. Für ein glückliches Leben sollte Geld aber auch im Beruf nicht die Hauptmotivation sein.

Eine spannende Studie untersuchte die Motivation und die Ziele von Absolventen*innen im Berufsleben, über den Zeitraum von einem Jahr.

Dabei kam heraus, dass Menschen, die insbesondere materialistische Ziele (Geld, Status etc.) hatten, deutlich unglücklicher und ungesünder waren als solche, die intrinsische Ziele (persönliches Wachstum, soziales Engagement und Gemeinschaft) verfolgten.

Geld als Motivation vs. Intrinsische Ziele

Wenn du dich gerade in einer solchen Situation befindest, schrieb Paul vor einiger Zeit einen Artikel dazu, wie er sich in vier Schritten seiner Berufung annähert.

Und wenn du doch mal durch dein soziales Umfeld oder den einen oder anderen Rapper in Goldketten daran zweifelst, ob kommerzieller Erfolg nicht doch das Non-Plus-Ultra ist,  kann vielleicht der Gedanke an die Prophezeiung der Vogelscheiße ab jetzt etwas entgegenwirken. 🙂

Was kann also die Währung der Zukunft sein?

In einer Gesellschaft, die Geld über alles andere stellt, ist es vor allen Dingen wünschenswert, dass das Geld wieder auf seinen Platz verwiesen wird und ein anderer zentraler Wert  seine Rolle einnimmt. Die Frage sollte also besser lauten: Was kann der Wert der Zukunft sein?

Ich wünsche mir, dass es die Liebe wird.

 

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